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Gesunder Mama LifestyleVon der Yogalehrerin zur Yoga-Mama – Yoga im Mama Alltag mal ehrlich

Von der Yogalehrerin zur Yoga-Mama – Yoga im Mama Alltag mal ehrlich5 min read

Es gab Jahre in meinem Leben, welche durch die tägliche und oftmals sehr ausgedehnte Yogapraxis gekennzeichnet waren. Einige Stunden des Tages auf Matte und Meditationskissen zu verbringen war normal und alles darunter liess fast schon ein Gefühl des Versagens aufkommen 😉

Ich durfte Yogalehrer in ihrer Ausbildung begleiten, unendlich viele Yogastunden selbst unterrichten, ein Yogacenter leiten, tägliche Pujas (Rituale) halten, bildete mich stetig weiter und weiter … Yoga war mein Leben. Ich begann meine regelmässige Praxis 2003. Seit dem ist Yoga essentieller Bestandteil meines Weges.

Dann kam das Mutter sein. Meine Tochter kam quasi in der Yogaschule zur Welt. Hochschwanger habe ich noch Schulterstand und Co in Kursen gezeigt. Kurz nach der Geburt waren wir täglich in der Schule. Sie stets dabei im Tragetuch. In die Gemeinschaft wurde sie aufgenommen und erhielt auch ihren (spirituellen) Mini-Me-Yoga Namen 😉 und sie war das Yoga-Baby…. allseits bekannt und immer dabei.

Trotzdem hatte die Yoga Mama immer weniger Zeit und Kraft für die eigene Yoga Praxis. Ein hochsensibles Wesen welches mehr forderte als so manch anderes und das exklusiv von mir 150%…. Nach einer traumatischen Geburt und einem erkämpften Stillerlebnis, teilzeitarbeitend und alleine mit ihr, konnte ich an vielen Tagen noch nicht mal 50% geben gefühlt… Wie sollte ich da noch meiner Yogapraxis und mir selber gerecht werden?

So wandelte sich auch meine Praxis. Wir kennen Karma und Bhakti Yoga als Yoga Wege. Karma Yoga, als Weg des selbstlosen Tuns und Bhakti Yoga, als Yoga der Hingabe. Klassischerweise wird darunter so etwas wie selbstloses Arbeiten und Hingabe an das Herz & Göttliche durch Singen und Rituale verstanden. Ich erlebte das was jede Mutter auf ihre eigene Art mehr oder weniger erlebt: Selbstaufgabe. Selbstloses Tun, indem ich für dieses kleine-grosse Wesen sorgte so gut ich konnte und mir blieb nichts anderes übrig, als mich dem Prozess absolut hinzugeben.

Als Mütter lernen wir gezwungenermassen, wirklich anzukommen in der Welt. Gab es vorher noch Chancen etwas abzuspacen oder auszuweichen, sobald da ein Kind durch uns in die Welt kommt werden wir mehr und mehr geerdet. Sei dies weil uns die Verantwortung einholt oder das Kind so herausfordert. So oder so wachsen wir über unsere Grenzen und tiefer in die Welt hinein. Damit auch in den Alltag.

Die Anfangszeit mit Baby hat einen ganz eigenen Rhythmus. Geben wir uns diesem hin, folgen wir den Bedürfnissen des neuen Menschen. Antworten. Hören. Lernen immer besser zu kommunizieren und treten selber oftmals ziemlich in den Hintergrund. Erst nach und nach erscheint das Selbst wieder auf der Tanzfläche Leben. Für immer gewandelt da nicht mehr „nur“ Frau mehr sondern auch Mutter. Dann ist es ein feines Wechselspiel zwischen Bedürfnissbefriedigung des Kindes und neu entdecken der eigenen Bedürfnisse…. wieder selber auf den Schirm finden.

Je älter das Kind wird, desto eher gibt es wieder freie Ressourcen. Wir werden nicht mehr komplett „in Beschlag“ genommen und es entstehen Räume, welche wieder mehr gefüllt werden können….

Bei mir wurden diese Räume mit Projekten und Arbeit gefüllt von Anfang an. Also brauchte ich Jahre um überhaupt wieder Räume aufzutun, welche sich mit Yoga und Selbstfürsorge füllen lassen.

Nicht das ich Zeit über hätte und jemals Langeweile erleben würde. Nicht das dort sich Räume auftun welche schreien: Yoga! Nein… Ich könnte genauso auf meine Staubsauger hören welcher mich vorwurfsvoll anblickt da ich ihn seit Tagen spazieren führen wollte durch die Wohnung. Doch es gibt dieses feine Gefühl im inneren welches mir wieder erlaubt und mich drängt mich zu entscheiden. Vorher gab es gefühlt nicht diese Wahl. Die Ressourcen waren zu begrenzt. Doch je älter meine Tochter wird, desto mehr werde ich vor die Wahl gestellt. Auch, um nicht völlig durchzudrehen 😉 Also wähle ich die Matte, das Kissen und verschiebe das Saugen auf später. Der Staub wartet geduldig.

Es gibt viele Batterien aufzuladen, die Praxis neu zu entdecken. Es gibt keinen Raum für Stundenlanges eintauchen. Aber es gibt diese süssen Momente zwischendurch oder auch mal die halbe Stunde am Morgen welche ich mir nehmen kann für Meditation, Pranayama (Atemübungen) und Asanas (Yoga Haltungen). Körper, Geist und Seele erinnern sich. Es ist wie Fahrradfahren. So ganz verlernt man es nie. Das Mantra steigt alleine aus dem Geist auf wenn ich in Stille-Meditation gehe. Mein Körper weiss sich zu erspüren und zu bewegen.

Es ist ungewohnt. Teilweise fühle ich mich wie ein blutiger Anfänger auch nach all den Jahren. Gleichzeitig liegt so viel Schönheit darin, immer wieder zu beginnen und den Zauber des Neuanfang zu erleben.

Es sind die kurzen Minuten der Meditation, die paar bewussten Atemzüge zwischendurch, das wohlige einfühlen in meinem Körper um wieder mobil zu werden, dass hinsetzten mit einem Cafe am Morgen, dass anzünden einer Kerze, die Stille im inneren die Dabei entsteht, der Raum…. all dies nährt mich und gibt Möglichkeit der Selbstfürsorge. Es lädt die Batterien auf und lässt mich wieder neu entdecken, womit mich meine Yoga Praxis verbindet. Sie entspricht keinem schicken Lifestyle Buch oder Yoga Magazin, aber sie passt in mein Leben.

Yoga muss sich dir anpassen. Deinem Körper, deinem Leben und nicht umgedreht. Genau das durfte ich wieder und wieder erfahren.

Und am wichtigsten dabei? Yoga, Selbstfürsorge und Mindfulness ist nichts, was auf der Matte oder dem Kissen passiert. Es ist eigentlich das, was danach und davor passiert. Wie präsent begegne ich meinem Alltag. Wie liebevoll. Wie gestresst. Wie genährt? Wie gehe ich mit meinem Umfeld, der Welt und mir selbst um? Unser Alltag ist Spiegel unserer spirituellen praxis. Unsere Kinder und das Mutter Sein bringen uns mehr als alles andere in diesen Alltag hinein. All-Tag ist das Leben. Mach ihn zu etwas besonderem!

Wie kannst Du deine Mindfulness Praxis deinem Leben anpassen? Wo erkennst Du dein Yoga im Alltag? Womit verbindet dich deine Yoga Praxis? Verbindet sie Alltag mit Seele? Erzähl mir!





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Ich begleite leidenschaftliche Mütter welche sich Wünschen, mehr Zeit für ihre Kinder & sich selbst zu haben. Mein Wunsch für uns? So Slow, Minimal, Nachhaltig, Verbunden & Achtsam durch den Mama Alltag wie liebevoll machbar. Damit Du zurück findest zu deinem natürlichen Rhythmus im Leben und wieder die wundervollen Momente mit deinen Kindern von ganzem Herzen geniessen kannst! Schön, dass Du hier bist! Deine Melanie

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Schaue dich in Ruhe um (Auch wenn dies in Etappen passiert 😉 )… Ich freue mich, dass Du da bist!

Deine Melanie Picardo

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